Was ist eine Handmilchpumpe

Eine Handmilchpumpe oder auch Muttermilchpumpe ist ein speziell für Mütter mit Säuglingen entwickeltes Hilfsgerät, das jungen Müttern erlaubt ihre Muttermilch manuell abzupumpen. Es wird zwischen manuellen und elektrischen Muttermilchpumpen unterschieden. Wobei es streng genommen auch Handmilchpumpen gibt die elektrisch betrieben werden. Wie beispielsweise die Medela Mini Electric. Umgangssprachlich werden allerdings mit diesem Begriff fast immer manuelle Pumpen bezeichnet.

Es gibt eine Menge Hersteller, die mit immer neuen und verbesserten Modellen zum Abpumpen der Milch auf den Markt drängen. Die bekanntesten Hersteller sind Medela, Philips, Lasinoh, MAM, Ardo und NUK.

Frau beim Abpumpen von Muttermilch mit der Medela Swing

Der Vorgang des Abpumpens:

Beim Abpumpen der Muttermilch wird so vorgegangen, dass zuerst die Saugglocke auf die Brustwarze gesetzt wird. Anschließend wird manuell per Hand die Pumpvorrichtung auf und ab bewegt. Bei manchen Modellen, wie beispielsweise der Medela Harmony, wird zuerst der kleinere vordere Pumphebel betätigt um einen Unterdruck zu erzeugen. Anschließend kann gepumpt werden. Wichtig für einen reibungslosen Ablauf ist die richtige Größe der Brusthaube. Ist diese zu klein kann die Milchpumpe nicht ordnungsgemäß funktionieren. Viele Hersteller bieten deshalb zusätzliche Größen an Brusthauben an. Diese müssen immer extra dazugekauft werden und sind in aller Regel nicht im Lieferumfang enthalten. Frauen die über Körbchengröße C aufwärts verfügen sollte auf jeden Fall eine für ihre Brust passende Brusthaube verwenden.

Der Handmilchpumpe Test

Viele junge Mütter fühlen sich von der Vielzahl an Handmilchpumpen Angeboten regelrecht erschlagen und wissen nicht genau welches Modell sie denn jetzt kaufen sollen bzw. welches Modell welche Vor- und Nachteile bietet. Genau aus diesem Grund haben wir von Milchpumpe-Ratgeber.info es uns zur Aufgabe gemacht jungen Müttern eine Entscheidungs- und Beratungshilfe an die Hand zu geben, die objektiv über die verschiedenen Modelle berichtet und diese auch tatsächlich testet.

Aufbau des Handmilchpumpen Tests

Bei unserer langen Erfahrung mit Muttermilchpumpen haben sich einige Eigenschaften als besonders wichtig herauskristallisiert. Auf Basis dieser Eigenschaften haben wir die Kriterien und Kategorien für den Milchpumpen Test erarbeitet. Unsere Kriterien für einen objektiven Test sind die folgenden

Geräuschentwicklung

Viele Geräte arbeiten zwar zuverlässig, jedoch ist die Geräuschentwicklung eine nicht zu verachtende Produkteigenschaft. Stellen sie sich einmal vor, sie möchten gerne in der Nacht abpumpen und das Gerät quietscht so laut, dass ihr Mann nicht schlafen kann oder ihr Baby, das gerade wieder eingeschlafen ist, aufgeweckt wird. Natürlich nervt das ständige quietschen auch die Mutter auf Dauer ungemein.

Pumpleistung

Ein weiterer wichtiger Punkt ist natürlich die Pumpleistung der jeweiligen Handmilchpumpe an sich. Denn nichts ist nervenaufreibender als stundenlanges Pumpen mit nur mäßigem Erfolg.

Handling und Umgang

Das Handling und der Umgang bzw. die Einfachheit der Bedienung ist ebenfalls nicht zu unterschätzender Faktor einer guten Handmilchpumpe. Bei manchen Modellen muss das Gerät mit der einen Hand festgehalten und mit der anderen Hand abgepumpt werden, weil die Brusthaube immer sonst immer wieder abrutscht. Dies ist teilweise leicht akrobatisch und auf Dauer ziemlich anstrengend.

Reinigung

Natürlich spielt die Einfachheit der Reinigung des jeweiligen Gerätes eine Rolle. Bei manchen Handmilchpumpen Modellen sind Schläuche direkt mit der Pumpvorrichtung fest verbunden und lassen sich nicht abziehen. Darüber hinaus gibt es auch Modelle, die einfach schlicht ungünstig konstruiert sind und durch ihre Bauweise eine leichte Reinigung erschweren.

Zubehör

Auch das verfügbare Zubehör spielt eine Rolle. Denn was nützt die beste Handmilchpumpe, wenn es keine passende Brusthaube dazu gibt und der Aufsatz einfach nicht halten will. Weitere wichtige Zubehörkomponenten sind der Sauger für den Säugling, der dem natürlichem Saugverhalten des Babys nachempfunden sein sollte und natürlich Ersatzfläschchen in verschiedenen Größen, die auch fürs Einfrieren geeignet sein sollten.

Lebensdauer

Zu guter Letzt spielt auch die Lebensdauer eine Rolle beim Kauf einer Handmilchpumpe. Denn das Gerät soll ja schließlich mindestens für die gesamte Stillperiode des Babys reichen und wenn möglich auch noch bei weiteren Kindern funktionieren. Manche Hersteller geben sogar eine Garantie für die ersten beiden Kinder.

Dies sind also unsere Testkriterien anhand derer die verschiedenen Modelle getestet und dann bewertet werden. Wenn Sie gerne anderen jungen Müttern helfen möchten und ihre eigenen Erfahrungen mit Handmilchpumpen posten möchten, so finden sie unter jedem Test die Möglichkeit einen Kommentar abzugeben und mit Hilfe der dort zu findenden Regler Punkte von 1 bis 10 zu vergeben. Ihre Bewertungen fließen unmittelbar mit einem Gewicht von 20% mit in die Bewertung des jeweiligen Gerätes mit ein.

Testsieger

Der Milchpumpen Testsieger wird durch die User-Bewertungen und natürlich durch unsere eigenen Testergebnisse ermittelt. Das Ranking ist absteigend, beginnend mit der höchsten Punktzahl, geordnet und die beste Handmilchpumpe ist sofort ersichtlich.

Vorteile und Nachteile

Durch das Abpumpen der Muttermilch mit Hilfe eine Muttermilchpumpe kann die junge Mutter einen Vorrat an Milch für Zeiten anlegen, in denen Sie das Kind nicht stillen kann. Auch für Kinder die aus medizinischen Gründen beispielsweise aufgrund einer Saugschwäche nicht gestillt werden können ist das Abpumpen der Muttermilch besonders wichtig. Der Einsatz einer manuellen Milchpumpe bietet also eine Fülle von Vorteilen.

Allerdings muss auch erwähnt werden, dass die meisten Handmilchpumpen leider fast nur für den Gelegentlichen Einsatz wirklich sinnvoll sind und für den permanenten oder häufigen Gebrauch doch lieber auf eine elektrische Milchpumpe zurückgegriffen werden sollte. Die Gründe hierfür sind vielfältig.

Vorteile:

  • Milchstau-Vorbeugung
  • Anregung der Milchproduktion
  • Muttermilchzuführung unabhängig von der Mutter, beispielsweise durch den Vater oder durch eine Tagesmutter
  • Muttermilchversorgung trotz Saugschwäche des Säuglings
  • Muttermilchversorgung trotz Hohl- oder Flachbrustwarzen
  • Geringer Anschaffungspreis

Nachteile:

  • Kraftzerrend und Anstrengend im Gebrauch
  • Nervtötende Geräuschentwicklung (Quietschen) beim Abpumpen
  • Geringe Pumpleistung
  • Abpumpvorgang dauert wesentlich länger als bei einer elektrischen MP
  • Es kann nur einseitig abgepumpt werden

Eine Handmilchpumpe ausleihen?

Natürlich kann man auch Milchpumpen ausleihen. Dabei macht es allerdings in den seltensten Fällen wirklich Sinn einen Verleihservice durch eine Apotheke zu nutzen. Der Grund hierfür liegt in den hohen Kosten. Wenn Ihr Säugling nicht aufgrund eines ärztlich attestierten Grundes mit abgepumpter Milch versorgt werden muss, dann erhalten Sie kein Rezept für eine Milchpumpe und müssen die gesamten Ausleih-Kosten vollständig selbst tragen. Wenn man im Hinterkopf behält, dass die Durchschnittliche Stillzeit ungefähr 6 Monate beträgt kommen hier schnell Kosten zusammen, die den Anschaffungspreis einer elektrischen Milchpumpe um den Faktor 2-3 übersteigen.

Apotheken Zeichen mit Medikamenten im Hintergrund

Milchpumpe reinigen

Die Handpumpe sollte am besten nach jeder einzelnen Benutzung gereinigt werden. Mit lauwarmen Trinkwasser und etwas Spülmittel kann jedes Einzelteil gründlich von Bakterien und Keimen einfach und relativ schnell befreit werden. Wenn die jeweilige Handmilchpumpe extra als spülmaschinenfest gekennzeichnet ist, dann können Sie sie auch ruhigen Gewissens in die Spülmaschine legen. Beachten Sie allerdings bei der Spülmaschinenbenutzung, dass Sie Kleinteile möglichst in einen Wäschesack geben, damit diese nicht herunterfallen können und sich womöglich in der Nähe des Heißstabes verformen.

Sterilisation

lachendes Baby nach der Dusche mit Handtuch auf dem KopfBevor Sie ihre neue Handmilchpumpe das erste Mal zum Einsatz bringen sollten Sie alle Teile sorgfältig sterilisieren. Hier bietet sich natürlich ein elektrischer Sterilisator, auch Dampfvaporisator genannt, an. Wem die Anschaffung dieses überaus nützlichen Geräts zu teuer ist, der kann auch Teile der Handmilchpumpe im Kochtopf kurz auskochen. Geben Sie hierbei eine Teelöffel Zitronensäure mit ins Wasser. Dieses Vorgehen verzögert die Trübwerdung der Kunststoffteile. Achten Sie aber darauf die Teile Einzelpumpsets nicht allzu lange in kochendem Wasser zu belassen, da sonst Verformungen drohen. Günstige Pumpen sollten ohnehin im elektrischen Dampfsterilisator von Keimen und Bakterien befreit werden, da die Verformung der Kunststoffteile andernfalls nicht ausgeschlossen werden kann. Die Sterilisation aller Teile des Pumpsets ist besonders bei zu früh geborenen oder kranken Säuglingen unumgänglich, da die Keimbelastung der zugeführten Nahrung auf ein Minimum beschränkt werden sollte.

Hände Desinfizieren!

Der beste elektrische Sterilisator kann nicht helfen, wenn die Hygiene der Mutter nicht stimmt. Desinfizieren Sie sich also unbedingt die Hände mit einem handelsüblichen Desinfektionsmittel bevor sie die Handmilchpumpe oder Teile der selbigen berühren. Falls sie eine Brustwarzensalbe wie beispielsweise Lanolin verwendet haben, so sind die Salbenrückstände unbedingt vor dem Abpumpen oder dem Stillen mit lauwarmem Wasser abzuwaschen.

Bedienungsanleitung

So gut wie alle Milchpumpen werden mit eine ausführlichen Bedienungsanleitung geliefert. Es ist absolut zu empfehlen die enthaltenen Reinigungshinweise exakt zu studieren und auch zu befolgen um die Nahrung ihres Kindes durch eine mögliche unsachgemäße Reinigung nicht unnötig zu verunreinigen. Ich weiß, dass die meisten Menschen dazu tendieren erst einmal selbst auszuprobieren und erst bei Problemen die Bedienungsanleitung zu konsultieren. Lesen sie aber bitte ihres Babys zuliebe wenigstens die Reinigungshinweise.

Die Kosten

Was kostet eine gute Handmilchpumpe?

Die Frage nach den genauen Kosten einer Handmilchpumpe ist nicht so leicht zu beantworten. Es gibt bereits Modelle ab 10 EUR. Allerdings auch Modelle die das 6-fache dieses Preise kosten. Im Durchschnitt liegt der Preis für eine ordentliche Muttermilchpumpe bei ca. 35 EUR inklusive Versandkosten. Natürlich ist eine Handmilchpumpe eher für den gelegentlichen Gebrauch gedacht und es ist absolut davon abzuraten diese im Dauereinsatz zu benutzen. Elektrische Milchpumpen gibt es bereits für ca. 40 EUR, wobei die richtig guten Modelle gut und gerne über 100 EUR kosten können. Gute Doppelmilchpumpen liegen etwa bei 200-300 EUR.

Die besten Milchpumpen sind natürlich diejenigen, die speziell für den Dauereinsatz in Krankenhäusern konzipiert wurden. Die Rede ist von der Medela Symphony. Diese können sich betuchte Eltern natürlich auch für den Hausgebrauch zulegen. Die Medela Symphony in der einfachsten Ausführung ist ab ca. 1.500 EUR zu haben. Es gibt auch Modelle die preislich noch weit über 1.500 EUR liegen.

One thought on “Handmilchpumpe

  1. Agnes

    Hallo,

    ein sehr gelungerner Artikel. Hab mein letztes Kind selbst lange gestillt und weiß, wie unentbehrlich eine Milchpumpe sein kann. Weiter so.

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